Mainz bekommt rote Karte im Hitze-Check
6. August 2024
Baumbündnis Mainz fordert: Rettet unsere Bäume, stoppt die Baumfällungen!
Jetzt ist es offiziell: Mainz gehört zu den am stärksten zubetonierten Städten in Deutschland und weist zu wenig Grün auf, wobei vor allem Bäume durch ihr Grünvolumen mehr Kühlung als z. B. einfacher Rasen bringen. So das Ergebnis des ersten Hitze-Checks der Deutschen Umwelthilfe (DUH) unter den 190 deutschen Städten mit mehr als 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Die Analyse betrachtet Flächenversiegelung und Grünausstattung in den Städten, basierend auf neuen Daten der Potsdamer Luftbild Umwelt Planung GmbH. Mainz landet mit 51 Prozent versiegelter Fläche und zu geringem Grünvolumen auf Platz 5 im Negativ-Ranking und erhält somit die rote Karte.
„Auch ohne den Hitze-Check wussten die Mainzerinnen und Mainzer bereits, dass es mit der Versiegelung und Baumfällungen in unserer Stadt so nicht weitergehen kann“, kommentiert Uli Walter, Sprecher des Baumbündnisses Mainz, das ernüchternde Ergebnis der Analyse. „Dass trotz Ausrufung des Klimanotstands in Mainz weiterhin alte Bäume in großem Stil gefällt werden, zeigt, dass wir Bürgerinnen und Bürger uns gegen das unverantwortliche Handeln zur Wehr setzen müssen. Der Stopp von vielen hundert Fällungen pro Jahr ist unabdingbar, um künftige Hitzeperioden abzumildern und Hitzetode zu vermeiden.“ Daher hatte sich im Mai dieses Jahres das Baumbündnis Mainz aus verschieden Bürgerinitiativen und Umweltvereinen gegründet und stellt folgende Forderungen an den Stadtrat sowie den Oberbürgermeister als Chef der Verwaltung:
- Für alle laufenden und zukünftigen Bauplanungen der Stadt Mainz, der Eigenbetriebe und der stadtnahen Gesellschaften soll der Erhalt des Baumbestandes oberste Priorität haben und verbindlich vorgegeben werden.
- Bei Planung, Ausschreibung und Vergabe ist die Einhaltung dieser Vorgabe zu prüfen und im Stadtrat und den zuständigen Ausschüssen / Ortsbeiräten zu berichten.
- Unvermeidliche Baumfällungen bei Projekten der Stadt, den Eigenbetrieben und stadtnahen Gesellschaften sind frühzeitig und umfassend zu kommunizieren. Diese sind als ständiger und eigener Tagesordnungspunkt sowohl dem Ausschuss für Umwelt, Grün und Energie (AUGE) als auch dem Beirat für Naturschutz vorzulegen und zu begründen. Ziel ist, ausreichend Zeit für mögliche Umplanungen zu gewinnen und eine vollständige und fortlaufende Übersicht der Maßnahmen zu erhalten.
Das Baumbündnis Mainz führt aktuell Gespräche mit den im Rat vertretenen Fraktionen. Ziel ist es, den Baumerhalt als festen Bestandteil der Stadtplanung zu verankern. „Wichtig ist uns in diesem Zusammenhang, Transparenz zu schaffen“, sagt Jürgen Weidmann, Vorstand des Arbeitskreis Umwelt, Mombach e.V. und führt weiter aus: „Das bedeutet konkret:
- Wie viele Fällungen sind aktuell bei städtischen Bau- und Verkehrsmaßnahmen geplant?
- Wann stehen diese Maßnahmen an?
- Wie weit sind die Planungen fortgeschritten?
In einer Stadt, in der die Grünen die stärkste Stadtratsfraktion stellen, sollte diese Transparenz eine Selbstverständlichkeit sein.“
Zum Bündnis gehören folgende Vereine und Initiativen (alphabetische Reihenfolge, Stand: August 2024):
- Arbeitskreis Umwelt Mombach e. V.
- BI „Bessere Schule Finthen“
- BI Mombacher Straße
- BUND – Kreisgruppe Mainz
- Kolibri-Kollektiv
- MainzZero
- NABU Mainz und Umgebung e. V.
Für Rückfragen und Interviews:
Uli Walter, Telefon: 01709025714, Mail: baumbuendnis.mz(at)proton.me